Album
Let God Sort Em Out
2025Hip-Hop/Rap · Musik
Das Duo zementiert seinen Legendenstatus.
Tracks
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About this album
„Mein Glaube ist der einzige Grund, warum ich jetzt gerade hier sitze“, sagt Malice gegenüber Ebro Darden von Apple Music zur Reunion von Clipse mit Pusha T. In den 2000ern bildeten die aus Virginia Beach stammenden Thornton-Brüder eines der prägendsten Rap-Duos: Mit dem Neptunes-Label Star Trak Entertainment im Rücken überzeugten Malice und Pusha T als Clipse auf innovativen Beats mit komplexen, aber gleichzeitig mitreißenden Texten über den Drogenhandel.
So entstanden im Laufe des Jahrzehnts drei wegweisende Alben. Dann folgte jedoch die Trennung. Der Grund? Ein augenscheinlicher Konflikt mit christlichen Werten. Kurz nachdem Ende 2009 das Clipse-Album „Til the Casket Drops“ erschienen war, legten die Rapper ihr gemeinsames Projekt auf Eis und starteten jeweils eine Solokarriere. Und zwar mit unterschiedlichen Ansätzen: Während es für Pusha T mit seinem Coke Rap ab da beim „GOOD Music“-Label weiter steil nach oben ging, verpasste sich Malice ein neues Image als christlicher Rapper – inklusive des leicht angepassten Künstlernamens „No Malice“.
Zum Glück ist die Beziehung der Brüder aber nie in die Brüche gegangen. 2019 waren sie zum Beispiel zusammen auf Kanye Wests Album „Jesus Is King“ vertreten, und man konnte auf eine größere musikalische Versöhnung hoffen. Trotzdem musste erst ihr langjähriger Partner Pharrell Williams wieder mit ins Boot kommen. Der war damals schon mit für den typischen Clipse-Sound verantwortlich und hat jetzt mit „Let God Sort Em Out“ das erste Studioalbum der Brüder seit gut 15 Jahren produziert. „Es hat sich einfach gut und vertraut angefühlt“, sagt Malice über die Studio-Sessions in Paris, bei denen die neuen Songs entstanden sind. „Der kreative Aspekt war wie immer sehr groß.“
„Wir verlieren uns richtig im Vibe bestimmter Alben“, fügt Pusha T hinzu. „Es ist nämlich so, dass wir uns vom Beat verzaubern lassen, bevor wir überhaupt an Hooks und Lyrics denken.“ Wenn man hört, wie eindrucksvoll Pharrells Produktion auf der ersten Single „Ace Trumpets“ klingt, glaubt man diese Aussage sofort.
Trotz der Jahre in Trennung ist die Harmonie des Rap-Duos weiterhin deutlich spürbar – zum Beispiel direkt beim Album-Opener „The Birds Don’t Sing“, in dem die Brüder mit Unterstützung von John Legend ihre verstorbenen Eltern würdigen. „Das Grundgerüst des Songs basiert auf meinem letzten Gespräch mit meiner Mutter und seinem letzten Gespräch mit meinem Vater“, sagt Pusha T. „Die Entstehung war therapeutisch, aber auch sehr schwer. Deswegen steht der Track auch am Anfang des Albums.“
Auf „So Be It Pt. II“ stellt Pusha T sein Gespür für messerscharfe Bars erneut eindrucksvoll unter Beweis. Da ist es auch kein Wunder, dass Clipse den ähnlich wortgewandten Kendrick Lamar für ein bissiges Gast-Feature auf dem Song „Chains & Whips“ eingeladen haben. Aber auch die anderen ausgewählten Gäste des Albums – etwa Neptunes-Superfan Tyler, The Creator oder Griselda-Künstler Stove God Cooks – können sich sehen lassen. Einer der größten Momente des Albums gehört jedoch einem Künstler, der Clipse von Anfang an inspiriert hat.
„Ich dachte mir so: ‘Mann, dieser Part ist wie geschaffen für Nas‘“, sagt Pusha T zum Gastauftritt auf dem Titeltrack des Albums und fügt hinzu, dass die New Yorker Hip‑Hop-Legende eigentlich schon für sein Solowerk „It’s Almost Dry“ von 2022 einen Rap aufnehmen sollte. „Er hat sich riesig gefreut.“ Bei Malice war es der Enthusiasmus seines jüngeren Bruders für die neue Musik, die ihm noch mal einen zusätzlichen Motivationsschub gab. „Das hat mich daran erinnert, wie es bei uns am Anfang war“, erzählt er. „So haben wir uns schon länger nicht mehr gefühlt.“
Dieser Vibe wird auch mehr als deutlich, wenn man sich die Strophen des richtig auflebenden älteren Bruders anhört – beispielsweise auf Songs wie „P.O.V.“ und „So Far Ahead“, bei denen er gekonnt religiöse Bilder und prägende Erinnerungen zusammenführt. Untermalt von Gospel-Klängen und Synth-Crescendos, thematisiert Malice dabei auf dem zweitgenannten Track mit einer Anspielung auf Rap-Kollegen Ma$e auch das spirituelle Dilemma, das ihn so lange von Clipse ferngehalten hat: „I done been both Mason Bethas.“ („Ich hab es satt, beide Mason Bethas zu sein.“)
„Wenn man leidet, sucht man nach Antworten“, sagt Malice. „Und erst wenn man sich dem Wort Gottes zuwendet, wird einem geholfen. Genau das verschafft mir inneren Frieden.“