Album
Fantasyland
Yu-Peng Chen, London Philharmonic Orchestra & Robert ZieglerYu-Peng Chen, London Philharmonic Orchestra & Robert ZieglerYu-Peng Chen, London Philharmonic Orchestra & Robert Ziegler
2025Klassische Crossover-Musik · Musik · Klassik · Orchestermusik
„Die Musik in Vergnügungsparks macht mich glücklich.“
Tracks
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About this album
„Ich gehe oft mit meiner Tochter in Freizeitparks“, erzählt Komponist Yu‑Peng Chen im Gespräch mit Apple Music Classical. „Immer wenn ich zum Beispiel in die Universal Studios gehe, merke ich, wie sehr mich die Musik dort beeinflusst. Jedes Mal, wenn ich sie höre, macht sie mich glücklich und zieht mich völlig in ihren Bann. Meine Tochter liebt die Fahrgeschäfte, aber ich konzentriere mich ganz darauf, der Musik zuzuhören.“
„Fantasyland“, eine Sammlung lebendiger, filmisch anmutender Werke für Orchester und Soloklavier, ist Chens Hommage an diese Vergnügungsparks. Und das sowohl im wörtlichen Sinn als auch als Sinnbild für die Flucht aus dem Alltag. Im turbulenten „Ascending Dive Towards the Pyramidion“, das Einflüsse aus Jazz und traditioneller indischer Musik vereint, nimmt uns Chen mit auf eine rasante Achterbahnfahrt. Und in „Infinite Cloister of Flowers and Sins“ führt er die Zuhörer:innen in ein Labyrinth – allerdings nicht unbedingt wieder hinaus. „Ich habe das Tango-Motiv ganz subtil in das Thema und das Labyrinth integriert“, erklärt Chen, „damit die Hörer:innen das Gefühl haben, darin festzustecken.“ Das sei ein faszinierendes Experiment, sowohl musikalisch als auch emotional, fügt er hinzu.
Einen Eindruck von Chens charakteristischer „Feel Good“-Musik vermittelt „Flourishing Lights of the Snowmelt Realm“, in dem westliche und chinesische Musik zu einer Atmosphäre reiner Zuversicht verschmelzen. „Dieses Stück handelt von Heimat, von Wiedersehen oder davon, Licht in der Dunkelheit zu finden“, sagt Chen. „Und das ist die Stilrichtung, die ich am besten beherrsche. Ich denke, die pentatonische Tonleiter [ein Grundelement der chinesischen Musik] drückt das Gefühl von Heimat besonders wirkungsvoll aus.“
Dass auf „Fantasyland“ die Synthese so vieler unterschiedlicher Musikrichtungen gelingt, ist Chens Werdegang zu verdanken. Ausgebildet an der Shenzhen Arts School und am Shanghai Conservatory of Music, erlangte Chen durch seine Arbeit am Videospiel „Genshin Impact“ internationale Bekanntheit. Dort verfeinerte er seine Fähigkeit, östliche und westliche Musiktraditionen miteinander zu verbinden. „‚Genshin Impact‘ verwendete klassische Orchestrierung, um das Spiel weltweit bekannt zu machen“, erzählt Chen. „Da das Spielkonzept Elemente aus aller Welt aufgriff, konnte ich beim Komponieren verschiedener Musikstile viele Techniken und Stilrichtungen sammeln.“
Angesichts der Vielfalt seiner Musik überrascht es kaum, wer zu Chens größten Einflüssen zählt: der legendäre Joe Hisaishi, Komponist der Studio Ghibli-Soundtracks. Dessen Musik hat fast alle Filme von Hayao Miyazaki untermalt. „Hisaishis Musik hat mein Interesse am Komponieren überhaupt erst geweckt“, sagt Chen. „Das früheste Beispiel war sein Soundtrack zu ‚Nausicaä aus dem Tal der Winde‘. Ich war sechs Jahre alt, als ich diese Musik hörte. Ich verstand den Film damals nicht, aber die Musik rührte mich zu Tränen.“ In „Fantasyland“ finden sich immer wieder Anspielungen auf Hisaishi, besonders in Chens Einsatz des Akkordeons, das vielen Stücken einen Hauch von Michel Legrand verleiht. „Das Akkordeon ist wie ein Wegweiser, der die Hörer:innen in die Welt des Albums führt“, sagt Chen. „Es ist vom ersten bis zum letzten Track präsent, wie ein Voiceover, das eine Geschichte erzählt. Das ist eines der zentralen Gestaltungskonzepte des Albums.“
Auch die Musik des US‑amerikanischen Filmkomponisten John Williams, insbesondere dessen Soundtrack zu „Harry Potter“, zieht sich durch „Fantasyland“ – etwa im Stück „Circle Dance of the Evernight Castle“. Und allgegenwärtig sind Chens klassische Vorbilder, die ihm bei seinen Bemühungen halfen, alte und neue Welten zu verschmelzen. „Meine beiden Lieblingskomponisten sind [Johann Sebastian] Bach und [Sergei] Rachmaninow“, sagt er. „Ich bewundere Bachs Strenge in der Musik – und zugleich Rachmaninows tiefgehende, ergreifende Emotionalität.“ Eine solide Struktur und offen gezeigte Gefühle: Das sind wohl die beiden wichtigsten Zutaten für den perfekten Vergnügungspark.