Album
Beethoven: Piano Sonatas, Opp. 109, 110 & 111 (Live at Suntory Hall, Tokyo, 2025)
2026Klassik · Musik · Solo-Instrumentalmusik · Klavier
Der glanzvolle Abschied einer Pianistin von Beethovens späten Sonaten
Tracks
- 14:14
- 22:28
- 313:08
- 47:18
- 52:32
- 64:21
- 79:00
- 810:31
- 919:55
About this album
In einer fesselnden Live-Aufführung präsentiert die japanische Pianistin ihre abschließende, fein nuancierte Interpretation dieser Meisterwerke.
Mitsuko Uchidas im Oktober 2025 live aufgenommene Interpretationen von Ludwig van Beethovens bemerkenswert reichhaltigen und zukunftsweisenden späten Sonaten sind insgesamt breiter angelegt als ihre exzellente Studioeinspielung derselben Werke von 2006. Ohne an Lebendigkeit zu verlieren, lässt Uchida ihr Spiel freier atmen: Sie nimmt an Phrasenenden das Tempo zurück, als würde sie vor der nächsten Wegbiegung kurz innehalten, um den Ausblick zu genießen, oder lässt den Höhepunkt bewusst auf sich warten.
Die Kopfsätze der Sonaten Nr. 30 und 31 wirken frisch und improvisatorisch, als würde die Künstlerin jede Wendung dieser Musik im Augenblick erfinden. Mühelos enthüllt sie die unterschiedlichen Charaktere der kurzen Scherzi. Noch markanter erscheint der Kontrast zwischen der harmonischen Wärme und Verspieltheit des mit fließender Anmut gestalteten Finales mit Thema und Variationen der „Sonate Nr. 30“ und dem „Adagio ma non troppo“ der „Sonate Nr. 31“. In Uchidas ausgedehnter, getragener Lesart wirkt Letzteres geheimnisvoller und unheilvoller als gewöhnlich und zeigt in seinen Harmonien zugleich einen stimmigen, an Johann Sebastian Bach erinnernden Zug, der in der anschließenden Fuge deutlich hervortritt.
Die Dramatik steigert sich im Kopfsatz der „Sonate Nr. 32“ weiter, wobei die Pianistin den schroff klingenden Dissonanzen zusätzliche Schärfe verleiht. Wie sie die einleitenden Akkorde des „Arietta“-Finales mit Variationen sorgfältig abwägt und ihre reiche Klangfülle zur Geltung bringt, bildet einen schönen Gegensatz zu den hüpfenden Rhythmen und Synkopen der lebhaften Variation ab 6:39. Dabei zeigt sich Uchida so leichtfüßig wie eh und je.